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  • Dr. Thomas Spörer

Scheidung und das juristische Verfahren

Im juristischen Scheidungsverfahren werden meistens von der Klägerseite überhöhte Forderungen gestellt, bzw. von der Beklagtenseite angemessene Forderungen nicht anerkannt.


In diesem Rahmen haben hier so gut wie noch nie beide Seiten gleichzeitig gesiegt, wohl aber oft genug beide gleichzeitig verloren.Damit können also schon vom Ansatz dieses Verfahrens her nur 50% der Beteiligten ihr Ziel erreichen. Mit einer solch beschämenden Erfolgsquote ist das juristische Verfahren für die Lösung familienbezogener Probleme schlichtweg ungeeignet. Dem entspricht:  Lediglich 50% der deutschen Bevölkerung hält nach einer Umfrage des Magazins „Reader`Digest „ aus dem Jahr 2009 den Rechtsanwalt für vertrauenswürdig.


Doch gleichzeitig keimt heftiger Widerstand jeweils dann auf, wenn in einem Vermittlungsgespräch keine oder zu wenige Lösungen mit den Beteiligten gefunden werden und man zieht solche Ergebnisse als Beweise für die generelle Untauglichkeit des Vermittlungssystems an sich heran. Dies kann getrost als Abwehrreflex des juristischen Systems gegenüber einer produktiven Verfahrensalternative betrachtet werden, da im Umkehrschluß angesichts von nicht so seltenen Justizirrtümern und ebenso sinnlosen wie preistreibenden Gerichtsverfahren ohne Sieger solche Resultate sicher nicht als Argumente gegen den Justizapparat grundsätzlich heran gezogen würden.

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